Westdeutsche Zeitung, 03.03.2004
In der Tradition großer Liedermacher
"Die Sängerin Katy Sedna ist durch viele Kulturen beeinflusst" von Frank Becker (Auszug)

Wülfrath. Der Rahmen war intim, die Stimmung aufgeräumt. Rund dreißig Gäste hatten sich zu einem Konzert "außer der Reihe" eingefunden, um einen in Wülfrath selten gewordenen Gast zu erleben: die Sängerin Katy Sedna.
Als Katy sechs Jahre alt war, zog die Familie mit dem Vater für sechs Jahre nach Afrika. Entwicklungshilfe war der Auftrag, und die Kinder profitierten zum zweiten Mal von der Berührung mit einer anderen Kultur. Die ersten Einflüsse war der Mutter Patricia, einer irisch-stämmigen Amerikanerin zu verdanken. Zurück in Deutschland folgte das Abitur, dann nach je sechsmonatigen Aufenthalten in Schottland und New York und kurzem Kunststudium die Entscheidung: Katy Sedna bewarb sich an dem renommierten "Berklee College of Music" in Boston/Massachusetts für das Fach "Singer/Songwriter" – und wurde genommen. Ihr Studium in Komposition, Text, Gesang, Gitarre und Performance konnte die junge Frau, die als Vorbilder Bob Dylan, Gordon Sumner alias Sting, Reinhard Mey, aber auch brasilianische Stars wie Elis Regina nennt, erfolgreich abschließen.
Hauptsächlich singt sie Englisch, Erbteil der Mutter und Ausdruck der Weltläufigkeit durch ihre langjährigen Auslandsaufenthalte, doch auch Spanisch, Russisch und Portugiesisch gehören zum Repertoire. Das Düsseldorfer Platten-Label "Logic Tide – entertainment", wird in Kürze ihre erste CD herausbringen.
Heißt auch einer ihrer Titel " I lost my mind", Katy Sedna steht mit den Füßen auf dem Boden. Sie ist den Menschen zugetan, verfügt über ein gutes Maß an Selbstironie in ihren Texten und viel Freundlichkeit und Idealismus. Von sich selbst sagt sie, dass ihre Songs der Lebensfreude entspringen, die sich auch in ihren Liedern ausdrückt, welche ihre Empfindungen und Erfahrungen widerspiegeln.
Schaut man sich unter den Zuhörern der hübschen jungen Frau um, deren Vortrag in der Tradition der großen amerikanischen Liedermacherinnen der 70er Jahre steht, sieht man, dass es ihr gelingt. Die mal mit leisem Spott oder offener Fröhlichkeit funkelnden oder auch versonnenen braunen Augen und die aus ihrem Leben genommenen Texte wie "Brightest Star", "Puppet (with sad eyes, hanging from the wall)" oder eine Adaption des Kinderliedes "Ringel, Ringel, Rosen" wecken Sympathie, öffnen Ohr und Herz ihres Publikums.

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